Cirque Gourmet 31

65 Cirque Gourmet 2026 ie Elite war immer klein. Das gilt auch bei der Suche nach außergewöhnlichen Wein-Erlebnissen im Urlaub. Dafür gibt internationalen Gäste seit 45 Jahren der »Award of Excellence« Orientierung. Das US-Magazin »Wine Spectator« zeichnet damit Restaurants mit außergewöhnlichem Weinprogramm aus. Der Anspruch dabei ist ebenso kritisch wie allumfassend; selbst die besten Weinkarten Jordaniens finden sich in der 80 Länder umspannenden Liste. Gewertet wird im dreistufigen System, das dem des »Guide Michelin« für die globale Gourmet-Welt ähnelt. Aber: Nur wenige Häuser können bei den »Grand Awards« (drei Gläser) und dem »Best of Award of Excellence« (zwei Gläser) punkten. Doch gleich acht davon stammen aus Österreich. Ihre persönlichen Geschichten ähneln sich bei der Leidenschaft, mit der außergewöhnliche Abfüllungen gesammelt werden. Doch wie der Besuch bei drei dieser weltbesten Sommeliers zeigt, setzen ihre Genießerhotels klare Schwerpunkte im Keller, die sie zum Anziehungspunkt für Weinfreunde machen. Persönliche Vorlieben sind da wesentlicher als das Horten großer Namen. Und natürlich spielen Besonderheiten der Restaurants und die feine Abstimmung zur jeweiligen Küche eine entscheidende Rolle. Eine deutsche Prise hoch über dem Walsertal Die besten Wein-Pairing-Ideen entstehen »oft unter der Dusche«, verrät Maximilian Steinfeld. Denn dort hat er den Kopf frei, wie er sagt, und entwickelt seine Kombinationen für die Menüs im Genießerhotel »Alpenstern« (siehe Seite 84). Das Haus direkt an der Skipiste von Oberdamüls wurde erst unlängst vom Gault Millau mit der Auszeichnung »Weinkarte des Jahres« geehrt, Steinfeld selbst vom »Falstaff« zum Vorarlberger »Sommelier des Jahres 2026« gekürt. Mit aktuell 2.800 Positionen schöpfen im »Alpenstern« selbst die Kenner aus dem Vollen. Nicht lange nachdenken muss Steinfeld aber, wenn es darum geht, was seine Weinkarte besonders macht: Mit »Deutscher Riesling«, pflegt der Schwiegersohn von Hotelgründer Bertram Bischof eine Liebe aus seiner ursprünglichen Heimat. »Eine der besten Weinkarten Österreichs mit einem klaren deutschen Akzent«, nannte folgerichtig auch die Vereinigung der BRDSpitzenwinzer »VdP« diese Selektion. Sie verlieh der Karte im Vorjahr das Prädikat »Ausgezeichnetes Weinkonzept«. Unique! Das Etikett vom Sommelier Womit es nicht überrascht, dass auch der »Preis-Leistungs-Tipp« aus dem »Alpenstern«-Keller vom deutschen Kaiserstuhl stammt: Franz Kellers Grauburgunder »Oberbergener Bassgeige Erste Lage« ist ein gern gewählter Liebling Steinfelds. Das Wort »Auswahl« trifft‘s bei Corina und Maximilian Steinfeld exakt. »Denn rund 1.000 Weine befinden sich noch in Reifung«, hat der hoch dekorierte Sommelier die Inventur-Zahlen dazu parat. Im Restaurant »Löffelspitze« liebt man es, die Gäste stets Neues entdecken zu lassen. Dazu gehört eben auch die Schönheit der Reife von Weißweinen, die für Steinfeld bei Einzellagen-Rieslingen nach sieben bis acht Jahren einsetzt. Hoch über dem Walsertal richtet man sich aber bewusst nicht nur an Kenner mit dem Wissen um Genuss-Plateaus und Jahrgangstabellen im Hinterkopf. Für den Einstieg haben die Steinfelds mit den »Hausweinen« eine Option mit österreichischen Winzern wie Franz-Josef Gritsch Vor allem deutsche Rieslinge halte ich gerne sieben oder acht Jahre zurück – die gehen dann erst so richtig schön auf. MAXIMILIAN STEINFELD, GASTGEBER & SOMMELIER »ALPENSTERN« D Foto: Alexander Heil

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