Cirque Gourmet 31

66 Cirque Gourmet 2026 geschaffen, die es nur in Damüls zu erleben gibt. Während die »Federspiele« – wahlweise vom Grünen Veltliner oder Riesling – dem Gast die unkomplizierten Facetten des Austro-Weinbaus näherbringen, wird es eine (Wachauer) Qualitätsstufe höher gänzlich individuell. Die Smaragd-Version aus Spitz trägt nämlich den Namen »Art Vibes«. Die Flaschen dafür bemalt Maximilian Steinfeld höchstpersönlich mit Ölfarben. »Das sind absolute Unikate«, freut sich der »Alpenstern«-Chef, wenn bei Tisch wieder ein »Art Vibes«-Smaragd geöffnet wird. »Und nicht wenige Gäste fanden das so toll, dass sie sich die leere Flasche mit nach Hause genommen haben«. Man merkt: Die Wein-Kunst überlässt man in Damüls also nicht nur den Winzern! Champagner-Freunde im Außerfern Im Tannheimer Tal hat sich Christina Müller, die Gastgeberin im »Sonnenhof« (siehe Seite 96), schon vor Jahren von der Weinbegeisterung ihres Mannes anstecken lassen: »Bei unserer Auswahl ist es nie schwer, das Richtige zu finden und dabei aber immer auch auf die doch oft sehr individuellen Wünsche der Gäste einzugehen.« Gilt bei Weinsammlungen gerne die Devise »The sky is the limit«, hat sich Rainer Müller als kochender Patron und Weinenthusiast ursprünglich eine andere Grenze gesetzt: »Bei 1.150 Weinen sollte Schluss sein« – so hoch liegt das Hotel-Restaurant in Grän. Begonnen hat die Reben-Leidenschaft mit einem Tasting bei Legende Angelo Gaja auf einer Weinmesse. Bis heute schätzen Christina und Rainer Müller den direkten Austausch mit den Winzern und das Entdecken von Schätzen auf Präsentationen. Die wenigen Urlaubstage werden gerne für Gourmet-Events oder Inspirationsreisen, etwa in die Pariser Sterne-Gastronomie (»Wir sind recht frankophil«), genützt. So ist das Hotelier-Paar Stammgast auf der Münchener Messe »100% Champagne«. Diese besondere Vorliebe kommt den Gästen nicht nur im Gourmetrestaurant »Alps & Ocean« zugute. Auch im hauseigenen Wirtshaus wird die Karte mit dem Hinweis: »Wir Müllers lieben Champagner« gereicht. Daher kann man zu seinem Beuschel einmal glasweise Rares wie »Krug« oder »Bollinger« als Begleiter genießen. Oder mit den Gastgebern über die PinotMeunier-Abfüllungen von Jérôme Prévost fachsimpeln. Sein Kult-Weingut »La Closerie« findet sich als Option in der im wahrsten Sinn des Wortes prickelnden Auswahl. Wer die stets ausverkauften Champagner von »Ulysse Colin« endlich einmal selbst probieren will, hat dazu ebenfalls im »Sonnenhof« Gelegenheit. Rund 40 % machen die Nicht-Österreicher unter den 27.000 Flaschen im Keller der Müllers heute aus. Mittlerweile hat sich die Leidenschaft verselbstständigt und reicht bei den angebotenen Positionen zahlenmäßig quasi über die Tannheimer Hausberge Einstein (1.866 Meter) oder Neunerköpfle (1.862) hinaus. Doch vor allem ist Rainer Müller auch Realist – und seine Karte kein Selbstzweck: »Viel ›gutes Zeug‹ zu haben, reicht nicht. Du musst es auch verkaufen!« Familiensache: Kochen zum Wein Dabei hilft die gästefreundliche Kalkulation, die mit einem fixen Aufschlag arbeitet. Nicht selten wird daher schon beim Einchecken im Hotel gleich der Lieblingswein genannt, wie Rainer Müller erfreut erzählt. Denn der Kopf hinter der österreichischen »Weinkarte des Jahres« (Gault Millau, 2022) hat das flüssige Angebot sogar in den Am meisten gefragt sind unsere Hausweine, da ist der Veltliner der Renner. Von dem brauchen wir sicher 1.200 Flaschen im Jahr. Aber unser Steckenpferd sind Champagner. RAINER MÜLLER, GASTGEBER, 4-HAUBENKOCH UND SOMMELIER, »SONNENHOF«

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