WACHAU MAGAZIN 2026 | 75 ten, dass die Weingärten schon verschneit waren, bis wir ernten konnten.« Nur einen kurzen Spaziergang dauert es vom Weingut bis zu den steilen Rieden Biern, Kalkofen und Zornberg. Unweigerlich bleibt das Auge an den beeindruckenden Terrassen mit den Trockensteinmauern hängen. Ohne sie wäre Weinbau im unwegsamen Gelände nicht möglich. Sie sind Teil der Identität der Menschen und stehen seit einigen Jahren auf der Liste des UNESCO-Welterbes. In 60 % der Piewald-Weingärten gibt es diese mit Hingabe gepflegten Mauern. SPANNENDE ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN Die vielfältigen Challenges, aber auch Möglichkeiten des Spitzer Grabens kennt Josef Gritsch seit mehr als 40 Jahren nur zu gut. Sein Weingut Graben Gritsch besitzt Parzellen in Rieden wie etwa der Schön, die für ihre besonders mineralischen, markanten Grünen Veltliner bekannt ist. Zudem denkt er immer voraus: »Wir versprechen uns in Zukunft viel von der Ried Setzäcker. Sie ist nördlich ausgerichtet, liegt unweit des Jauerling, und die Böden sind auch bei Trockenheit gut versorgt. Das ist perfekt für Grünen Veltliner.« Seine Familie ist zudem gastronomisch aktiv. Im Ort Spitz betreibt sie direkt am Strom das Donauschlössel. In den vergangenen Jahren hat sich in der Wachau und besonders im Spitzer Graben eine neue Generation an Weingütern formiert. Dazu gehört auch die Grabenwerkstatt von Michael Linke und Franz Hofbauer. Die beiden haben sich bei der Arbeit kennengelernt und 2014 beschlossen, gemeinsame Sache zu machen. Inspiration dafür war unter anderem ihre Zeit in Neuseeland. »Auf dem Rückweg gab es im Flugzeug ein Magazin mit einem Bericht über den Spitzer Graben. Das war mehr als ein Zeichen für uns. Das kühle Terroir hat uns schon lange fasziniert. Dort wollten wir etwas machen«, erzählt Linke. Heute spielen ihre Weine nicht nur in Österreichs TopLiga, sondern auch im Ausland ganz vorne mit. Bio war für sie nie eine Frage, sondern ist schlicht selbstverständlich. Die Grabenwerkstatt besitzt noch immer keinen Traktor. Die Arbeit in den Rieden, wie Brandstatt, Kalkofen, Bruck und Trenning, gibt den zwei Winzern mehr Kraft wie jedes Fitnessstudio. Sie sind so etwas wie die »Role Models« der neuen Wachau. Und ein Puzzleteil mehr, das den Spitzer Graben perfekt für eine Entdeckungstour macht. Erfolgreiche Senkrechtstarter: Vom deutschen FEINSCHMECKER als Newcomer des Jahres« ausgezeichnet, wurde das außergewöhnliche Weinsortiment von Franz Hofbauer und Michael Linke (Grabenwerkstatt) im Guide Gault Millau 2025 auch zur Kollektion des Jahres« gekürt. « « Wohnen beim Winzer mit malerischen Aussichten eröffnen sich nicht nur von Familie Donabaums Boutiquehotel WeinSpitz (1/Weingut Strawanzer) mit seinem ganzjährig beheizten Pool, sondern auch vom nicht minder schön gelegenenWeinberghof (2) des Weinguts Lagler. Am Eingang zum Spitzer Graben, nahe dem Donaustrand und flankiert von Weingärten, empfiehlt sich die 80 m² große Ferienwohnung amWeingut Johann Donabaum (3) als zauberhaftes Wachau-Bijou mit Wohn-Ess-Zimmer, 2 Schlafzimmern und Panoramabalkon. Als Geheimtipp für Urlaub direkt am Weingut gilt Familie Piewalds (4) kleines, feines 2-PersonenUrlaubsappartement, das vom Verein Urlaub am Bauernhof mit vier Blumen ausgezeichnet ist. Foto: Gault Millau Foto: Petr Blaha Foto: Frank Heuer Foto: extremfotos.com 1 3 4 2
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