WACHAU MAGAZIN 2026 | 73 as kleine Seitental der Donau, das sich hinter Spitz rund sieben Kilometer Richtung Waldviertel erstreckt, steht immer mehr im Fokus in Sachen Weine in Topqualität. Früher stieß man hier an die klimatischen Grenzen des Weinbaus und es gab immer ein Zittern um die Traubenreife. Heute, als positiver Aspekt des Klimawandels, ist das kein Thema mehr. SPÄTERE WEINERNTEN Direkt an der Pforte zum Spitzer Graben, in Laaben, liegt das Weingut von Johann Donabaum. Rieden wie der karge Offenberg sind Blue Chips in seinem Portfolio. »Vor 20 Jahren wurden wir wegen unserer Weingärten noch belächelt, heute beneidet man uns«, sagt er. Die natürlichen Voraussetzungen des Spitzer Grabens sieht Donabaum, wie auch seine Winzerkolleg:innen, als Herausforderung und Geschenk. Die Böden sind vielfältig. Häufig trifft man auf Orthogneis, der Spitzer Gneis genannt wird. Dazu kommt Wachauer Marmor und die allgegenwärtigen Amphibolite. Im Durchschnitt sind die Temperaturen eine Spur niedriger als in den Rieden an der Donau. Deshalb wird rund 14 Tage später geerntet. Die Unterschiede zwischen Tag und Nacht sind zudem ausgeprägt. Das forciert die Aromenbildung während der Traubenreife. NATURDENKMAL SETZBERG Rund 75 Hektar Weingärten umfasst das Kerngebiet des Spitzen Grabens, zu dem die Lagen ab der Ried Setzberg bis zum Ort Mühldorf gehören. Der Spitzer Setzberg steht nicht nur für Top-Weine, das Terroir wartet zudem mit einem der bedeutendsten Trockenrasen der Wachau sowie einer Vielfalt an gefährdeten Tieren und seltenen D
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