64 | WACHAU MAGAZIN 2026 Ein heißer Tipp dafür ist der Riesling vom 1000-Eimer-Berg aus den Spitzer Lagen. Der Weinberg ist bekannt dafür, komplexe und kühle Rieslinge hervorzubringen, und genau das macht das Federspiel aus dieser Lage. Kühle Pfirsichfrucht, animierende Säure und eine erstaunliche Länge. DIE ZUKUNFT DES FEDERSPIELS IST GRÜN Ja, viele Federspiele werden aus der Rebsorte Grüner Veltliner gemacht. Nein, die Rebsorte ist mit dieser Überschrift nicht gemeint. Erstens, weil Federspiele nicht zwingend aus Grünem Veltliner oder Riesling gekeltert werden. Die Bezeichnung steht für einen bestimmten Stil. Auch ein Neuburger oder sogar ein Zweigelt kann zum Federspiel werden. Als Rosé, versteht sich. Gemeint ist aber wie gesagt nicht die Sorte, sondern der Fokus auf nachhaltiges wirtschaften. Zur Zeit der Gründung der Vinea Wachau war der Klimawandel unbekanntes Terrain. Jetzt ist er das nicht mehr, und die Vereinigung hat reagiert. Ab dem Jahrgang 2023 müssen alle Weine, die als Steinfeder, Federspiel oder Smaragd vermarktet werden, als »Nachhaltig Austria« zertifiziert sein. Einem System also, bei dem jeder Betrieb für sich entscheiden kann, in welchem Bereich er seine Schwerpunkte setzt und Verbesserungen anstrebt. Das kann der Energieverbrauch, der Pflanzenschutz, die Bodenvitalität oder auch der Wasserverbrauch sein. Und es kann ein erster Schritt für jene Betriebe sein, die noch einen Schritt weiter gehen und auf bio umsteigen wollen. Womit wir wieder zurück zum Anfang kommen. Der Wein, mit dem wir unser Plädoyer für das Federspiel eröffnet haben, der Dürnsteiner Kellerberg aus dem Jahr 1986, kommt vom Weingut Schmidl in Dürnstein. Dem unmittelbaren Nachbarn der Domäne Wachau. Heute wird das Weingut von Theresa Harm als Bioweingut Schmidl geführt, und am Kellerberg stehen immer noch Reben des nachhaltig bewirtschafteten Weingutes. Und es gibt immer noch ein Federspiel von dieser Lage. Einen herrlichen, nach Birne und Marille duftenden Riesling mit Frische, Substanz und vielversprechender Zukunft. schwer und opulent sind, sondern genau die goldene Mitte bilden. Weine voller Nuancen und mit ganz eigenem Charakter. Weine, wie es die Vinea selbst formuliert, die das Gespräch eröffnen. Und perfekt zum Heurigen, zu gebackenem Karpfen und zum Tafelspitz mit frischem Kren passen. Die Federspiele sind auch eine Möglichkeit, um zu begreifen, wie der Boden mit dem Klima spricht. Man muss nur zuhören. Nehmen wir zum Beispiel den Grünen Veltliner von der Ried Kreutles, Jahrgang 2024 vom Weingut Knoll. Ein Federspiel. Und was für eines. Wir haben den Wein gewählt, weil er ein Paradebeispiel für ein Federspiel ist. Ein großer deutscher Weinhändler nannte ihn sogar »archetypisch«. Der Wein wächst an den niederen Hängen des Loibner Bergs, in der Nase betören frische und elegante Steinobstnoten. Dann zarte Blütenaromatik und am Gaumen eine herrliche Frische. Zauberhaft. Die Domäne Wachau, ebenfalls ein Betrieb dessen führende Köpfe bei der Gründung der Vinea Wachau eine tragende Rolle gespielt haben, geht einen eigenen Weg. Sie gliedert ihr Sortiment in die Kategorien entlang der Donau, Terrassen-, Orts- und Riedenweine. Federspiele sind in jeder dieser Kategorien vertreten. Allein bei den beiden Ortsweinen, etwa bei den Rieslingen aus Weißenkirchen oder Dürnstein, unterscheiden sich die Weine so stark voneinander, dass es eine Freude ist. Was beide gemeinsam haben ist eine kompakte Steinobstnote. Beim Federspiel aus Dürnstein kommt aber auch noch ein feurig-rauchiger Ton dazu. Besonders spannend wird es dann aber bei den Riedenweinen. Das Sortiment der Domäne liest sich wie eine Matrix. Eine Achse bildet die Herkunft der Trauben, die andere der Stil des Weins. »So können wir viel stärker differenzieren und feine Unterschiede in den verschiedenen Terroirs herausarbeiten«, meint Roman Horvath, der Geschäftsführer der Domäne Wachau. Und die Weine geben ihm recht. Von leichtfüßig-verspielten Federspielen aus der Kategorie entlang der Donau (zu der auch der Katzensprung, einer der bekanntesten Weine Österreichs gehört) hin zu den terroirbetonten Federspielen in der Gruppe der Riedenweine. Sich aus dieser Riege großartiger Weine einen Favoriten zu erkosten, ist keine einfache Aufgabe. DIE WEINKATEGORIEN Die 1983 als Vereinigung von Wachauer Winzern gegründete Vinea Wachau setzt auf ein klares Bekenntnis zu naturbelassener Produktion. Die geschützten Marken Steinfeder®, Federspiel® und Smaragd® garantieren die Einhaltung der strengen Selbstkontrolle und dürfen ausschließlich von Mitgliedern verwendet werden. Die Zukunft im Blick, die Qualität im Griff. Emmerich Knoll ist, was die Wachauer Federspiele betrifft, von beidem fest überzeugt. Foto: Johannes Kernmayer Unter 11,5 Vol.-% Alkohol Von 11,5 bis 12,5 Vol.-% Alkohol Ab 12,5 Vol.-% Alkohol
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