56 | WACHAU MAGAZIN 2026 Foto: Herbert Lehmann Fotos (3): Johannes Kernmayer Was macht ein richtig gutes Wirtshaus aus? Entscheidende Voraussetzung ist eine echte, ehrliche Küche ohne übertriebene Effekthascherei, aber mit Qualität und Charakter. Dazu muss man die Gastfreundschaft spüren und es braucht ein Ambiente, das die Region widerspiegelt und Wärme und Gemütlichkeit ausstrahlt. Eben einfach zum Wohlfühlen. Wie setzen Sie das in der Post um? Wir verbinden österreichische Klassiker mit modernen und jungen Einflüssen. Die Postküche zeichnet sich durch Saisonalität, Regionalität und erstklassige Produkte aus der Wachau und dem Mostviertel aus. Fisch aus heimischen Gewässern oder Wild von der Stiftsjagd sind Beispiele. Kurzum, alles, was hier wächst und wir direkt und frisch beziehen können. Welche Rolle spielt Fleisch...? Die Post ist ja aus einem Metzgereibetrieb hervorgegangen. Ich bin nicht nur Koch, sondern auch gelernter Fleischer. Fleischspezialitäten sind daher auf unserer Karte nicht wegzudenken. Viele Stammgäste kommen genau deswegen zu uns. … und wie schauts mit Vegetarischem aus? Vegetarische Gerichte sind mittlerweile ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil der Karte. Saisonal kommen hier viele Gemüse- und Obstsorten zum Einsatz, aber auch Kräuter, Pilze und was sonst noch im Wald und Wiesen der Umgebung gedeiht. Wir bereiten sogar Traditionelles fleischlos zu, wie den vegetarischen Tafelspitz mit gebackenem Ei. Was sollte man als Genießer unbedingt probieren? Das hängt von der Jahreszeit ab. Aber Wild, wie der rosa Hirschkalbsbraten, ist immer eine gute Wahl. Ebenso wie unsere vielen österreichischen Klassiker, etwa Tafelspitz, Lammkeule, im Ganzen gebratener Saibling, Zwiebelrostbraten oder Backhenderl. Pflichtdesserts sind auf jeden Fall Rahmschmarrn und im Sommer die Marillenknödel. Für alle, die sich nicht entscheiden können, gibt’s unsere Tapas im Austria-Style als Potpourri heimischer Köstlichkeiten. Dazu gibt es bei Ihnen auch besondere Kochkurse, wie laufen diese ab? Ja, meist finden sie im November und im Frühjahr statt und man sollte sich frühzeitig anmelden. Thematisch sind sie saisonal orientiert. Schwerpunkt ist zu zeigen, wie man gute, regionale und saisonale Gerichte zubereitet – also die Produkte richtig kennenlernt, Techniken erklärt und gemeinsame Arbeitsschritte durchführt. Wohnen kann man dann gleich im Haus? Nicht nur bei den Kochkursen! Die Post ist mit ihrer zentralen Lage das ganze Jahr für Wachau-Besucher ideal. Unsere individuell nach Themen wie Barock, Stift Melk oder Marille gestalteten Zimmer und Suiten strahlen das gewisse Etwas aus, das Frühstück mit seinen regionalen Besonderheiten wird auch von auswärtigen Gästen geschätzt und der Weinkeller bietet alles, um einen Abend genussvoll ausklingen zu lassen. INTERview Klassisch österreichische Gerichte mit zeitgemäßem Touch haben die behaglichen Stuben im Hotel-Restaurant Zur Post in Melk zum Treffpunkt für Genießer gemacht (www.post-melk.at). Wir sprachen mit dem kochenden Patron Johannes Ebner. Backhenderl trifft RAHMSCHMARRN Interview: Wolfgang Neuhuber
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