Wachau Magazin 2026

WACHAU MAGAZIN 2026 | 27 anders. Man hat nie das Gefühl, man steht auf etwas, von wo man runterkippen könnte«, weiß Mörtinger. Er lernte durch das Segelflieger Ballonfahrer kennen und war sofort fasziniert. »Ich mag das Lächeln der Gäste. Für manche geht mit einer Ballonfahrt ein echter Lebenstraum in Erfüllung.« Es ist anders als mit dem Flugzeug, nicht vergleichbar mit dem herkömmlichen Fliegen. »Es beginnt schon mal damit, dass man bereit ist, sich den Naturelementen auszuliefern. Schließlich können wir beim Start noch nicht sagen, wo genau wir landen werden«, sagt Mörtinger. Der Ballon wird mit dem Korb von der Luft getragen. Deshalb heißt es nicht fliegen, sondern fahren. Schnell geht gar nichts Die Piloten kommen mit den verschiedenen Wind- und Geländeverhältnissen gut zurecht. »Warme Luft ist leichter als kalte Luft, das ist der Schlüssel, warum ein Ballon überhaupt abhebt«, erklärt Mörtinger. In Summe sind das fast vier Tonnen bewegte Masse. »Wenn ich mit meinem Ballon sanft landen will, muss ich vorher die richtigen Aktionen setzen.« Schnell geht gar nichts. Timing und Gefühl sind gefragt. Obwohl mithilfe moderner Technik wie GPS gearbeitet wird, haben sich die wesentlichen Handgriffe seit Jahrhunderten kaum verändert. Ist einmal ein Landeplatz erspäht, sinkt der Ballon. Der Boden kommt näher. Alle blicken konzentriert nach unten. Festhalten und ein bisschen in die Knie gehen. Zack. Der Korb steht. Ballonseide und Seile fallen in sich zusammen. Leichtigkeit des Lebens Obwohl alle auf der Erde sind, scheinen die Gedanken noch im Himmel zu schweben. Ein schönes Gefühl, befreit zu sein vom Alltag. Bevor es zurück zum Flugplatz geht, werden die Neulinge nach ihrer ersten Fahrt »getauft« und bekommen einen Titel als Ballonfahrer verliehen. Diese alte Tradition geht auf die Anfänge der Ballonfahrt im 18. Jahrhundert zurück. Damals war das Abenteuer dem Adel vorbehalten. Heute kann sich jeder den Traum vom Fliegen, pardon Fahren, erfüllen und für ein paar Stunden Prinzessin oder Ritter der Lüfte werden. »Wer auf eine Bierkiste steigen und von ihr runterspringen kann, kann auch in den Korb klettern«, lacht Martin Mörtinger. Auch er ist Ballonpilot in der Wachau. Einmal hineingekraxelt, ist man auch schon in der Luft. Kein Wind, der die Haare zersaust. Keine Kälte, die in die Knochen steigt. Kein Motorenlärm, der am Ohr vibriert. Stattdessen Staunen und Stille. Alle sind beschäftigt mit dem Schauen. Je höher der Ballon steigt, desto ruhiger wird es. Es ist ein Eintauchen in die Landschaft mit Sanftmut und magischem Morgenlicht. In den Tag schweben Der Blick wird klarer. Die Häuser kleiner. Kontrast und Farben intensiver. Der Pilot kümmert sich ums Auf- und Absteigen sowie die Flughöhe. Die Richtung gibt der Wind vor. Im Zeitlupenmodus gleitet der Korb ruhig dahin. Es ist ein sicheres Gefühl. »Der Kopf arbeitet in einem Ballon Startplatz mit Parkplätzen: Flugplatz Krems Termine, Fahrtstrecke & Landeplatz: wetterabhängig morgens oder abends, Montag bis Sonntag Gut zu wissen: Erst zwei Tage vor dem Start kann eine verlässliche Auskunft über Start und Wetter gegeben werden, Spontanbuchungen sind möglich, besser ist es früher zu reservieren. Gefahren wird nur bei schöner Wetterlage, das heißt trockene Wege und Felder, Temperaturen bis maximal 30 Grad und keine Thermik. Dann legt der Ballon zwischen zehn bis 20 Kilometer zurück. Kosten pro Person: 300 Euro, Rücktransfer zum Startplatz inklusive Anmeldung: am besten telefonisch Dauer: rund drei Stunden, davon mindestens eine Stunde in der Luft Platz im Korb: 2 bis 14 Passagiere Kleidung: bequeme Freizeitkleidung wie für eine einfache Wanderung, keine High Heels Termin: Kremser Ballontage: jedes Jahr rund um den 15. August ANBIETER: Bandlkramer Ballooning: www.bandlkramerballooning.at, Telefon: +43 664/188 74 20 (Christoph Fraisl) USFC Krems/Donau: www.flugplatz-krems.at, Telefon: +43 664/75 12 69 96 (Manuel Brustbauer) Ballonfahrten in der Wachau Allein schon beim Start in Krems gibt es vom Ballon aus tolle Panoramaausblicke. Abheben leicht gemacht: Christoph Fraisl und Michael Abel sind erfahrene Piloten und begeistern Gäste im Ballon mit Anekdoten und Fachwissen.

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