Kvarner Magazin 2026

Im »Archäologischen Freilicht- museum« auf der Insel Rab führt ein kurzweiliger Trail Wanderer und Radfahrer zu historischen Fundstätten, gut beschildert und interaktiv bespielbar. www.rabarchaeologicaltraces.com Foto: Petar Lupic urgen, Kastelle, meterdicke Stadtmauern – in so ziemlich jedem Ort der Kvarner Bucht halten bis heute wehrhafte Zeugen stürmischer Zeiten die Stellung, wenn auch manchmal als romantische Ruine. Die gleichermaßen fruchtbare wie praktische Nähe von Gebirge, Küste und Inseln machte die Adriaregion über Jahrtausende zur bedeutenden Handelsregion, aber ebenso zum umkämpften Ziel. Schätze und Güter wurden deshalb bevorzugt im Hinterland verschanzt, bestenfalls auf Hügeln und Bergkuppen, die feindliche Übernahmen erschwerten. Von den Liburniern bis zur K.-u.-k.-Monarchie Nachweislich hielten sich bereits um 6000 v. Chr. Menschen im Kvarner auf, so richtig »lebendig« wurde es aber erst durch seefahrende liburnische Händler und angriffslustige Piraten. Reste einer Werft der Liburner sind in der Bucht Mala Luka zwischen Vrbnik und Baška noch zu sehen, auf den Inseln Krk und Rab finden sich einige ihrer Grabdenkmäler. Im 2. Jh. v. Chr. kamen die Römer. Und es wurde gebaut: Orte wie Osor (Apsorus), Krk (Curicum), Beli (Caput Insulae) und Trsat (Tarsatica) stammen aus dieser Zeit, und vier wichtige Schifffahrtswege hinterließen reichlich Kulturerbe, auch am Meeresgrund. Im 6. Jh. übernahm Byzanz die Herrschaft an der oberen Adria. Ab dem 12. bis ins 18. Jh. prägte Venedig das Küstenland, ehe nach dem Fall der Serenissima die österreichischungarische Monarchie die Region zum Erblühen brachte. Allen voran zum einen im 19. Jh. die Insel Lošinj als Schiffsbau- und Seefahrtszentrum. Zum anderen die Riviera von Opatija, die als Abbazia als eines der mondänsten Seebäder Europas galt und heute ein architektonisches Juwel sondergleichen darstellt. Steinerne Zeitzeugen und lebendige Tradition Denkmäler der verschiedensten Epochen sind allgegenwärtig. Manche monumental und imposant, andere präsentieren sich als feine, kleine Kostbarkeiten. Und wiederum andere waren prägend für die Geschichte, wie die Tafel von Baška, das älteste Denkmal des kroatischen Schrifttums. Entstanden sind über all diese Zeiträume kulturelle Bräuche, die bis heute gepflegt werden. Sei es bei Volksfesten, Tänzen oder jenen stimmungsvollen Konzerten, bei denen die alten Musikinstrumente, wie die ursprünglich von Hirten gespielte Sopile oder der dudelsackähnliche Mih erklingen. Nicht selten werden dabei Kirchen, historische Plätze oder romantische Parks zur stimmungsvollen Bühne für magische Kvarner-Momente. Reiches Kulturerbe Die historischen Schätze und Traditionen des Kvarner werden auf eindrucksvolle Weise der Öffentlichkeit dokumentiert. Wer sich dafür interessiert, findet unterhaltsame Wege zu spannenden Erlebnissen. B Kleine Museen – große Erlebnisse Eine reizvolle Ergänzung jedes Ferienprogrammes: Viel mehr als »nur« ein Schlechtwetterprogramm eröffnen die zahlreichen Ausstellungen und Museen oft ungewöhnliche Blickwinkel. Sei es im Apoxyomenos-Museum auf der Insel Lošinj oder gleich nebenan im Museumsschiff »Lošinjski Loger«, im Zvončari-Museum in Viškovo oder im Museum der Schafzucht »Muzej ovčarstva« im Bergdorf Lubenice u.v.m. – jedes ist ein sehenswertes Juwel. Weitere Tipps gibt’s hier: Kleine Boote – große Geschichte Das EU-Projekt »Mala barka« hat sich zum Ziel gesetzt, das maritime Erbe der Küstenregionen Kvarner, Slowenien und Istrien zu bewahren. Museen, Veranstaltungen und Events machen die Vergangenheit unvergessen, wie etwa das Festival »Lošinj segelt um die Welt«. Ihren Namen erhielt die Initiative von den kleinen, traditionellen Booten (mala barka), die ursprünglich aus Holz gefertigt wurden. Unbedingt ansehen: das Maritime und Historische Museum des kroatischen Küstenlandes in Rijeka und die Zentren im Fischerdorf Mošćenička Draga und in der Stadt Krk. www.malabarka.eu Kulturschatz in der Kapelle Sv. Lucija (Insel Krk): Die Tafel von Baška aus dem 12. Jh. Foto: Frank Heuer

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